Sensibler Yoga als wertvolles Werkzeug zur Selbsthilfe ........

Sensibler Yoga für Krebserkrankte

Vom Zeitpunkt der Diagnose können sie Yoga begleitend zu den Interventionen praktizieren. Yoga bietet hier zahlreiche Werkzeuge um den Körper und die Psyche zu stärken und das vegetative Nervensystem in Gleichklang zu bringen.

Sie können im Stehen, im Sitzen (auf einem Stuhl) und im Liegen praktizieren. Yoga ist flexibel und lässt sich an alle Gegebenheiten anpassen. So können sie ihre Selbstheilungskräfte aktivieren, aktiv zum Heilungsprozess beitragen,. Je nach Schwere und Behandlungsstadium der Erkrankung können Atemtechniken und Handhaltungen, Körperhaltungen, Entspannung und/oder Meditation eingesetzt werden.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Immer wieder höre ich bei Anfragen: „Ich bin aber nicht sportlich…….“ Um Yoga zu üben brauchen sie nicht sportlich oder beweglich sein.

Atemtechniken - Pranayama

Mit gezielten Atemübungen erfahren und beeinflussen sie den Körper und erwecken ein neues Bewusstsein für den Körper. Hier ein leicht zu praktizierendes Beispiel. Probieren Sie es (einfach) aus.

Legen sie dazu eine oder beide Hände auf den Bauch und üben sie ca. 3 Minuten die verlangsamte Bauchatmung: vier Sekunden einatmen, langsamer ausatmen (bis acht Sekunden).

Finger-/Handhaltungen - Mudras

Das Sanskritwort (Sanskrit = indische Gelehrtensprache) Mudra bedeutet Geste oder innere Einstellung. Mudras können als psychische, emotionale, hingebungsvolle oder ästhetische Gesten oder innere Einstellung bezeichnet werden. Aus der Sicht der Wissenschaft* beeinflussen Mudras das zentrale Nervensystem.

Körperhaltungen - Asana

Sanfte Körperhaltungen angepasst an das Krankheitsstadium erhalten, kräftigen und dehnen die Muskulatur. Einfache, sanfte Körperhaltungen lassen den Menschen den eigenen Körper als Ganzes erleben und nicht auf den erkrankten Bereich reduzieren.

Entspannung

In der Entspannung lassen sie die Körperhaltungen nachwirken, spüren nach, erfahren innere Ruhe und geistig-seelische Stärke. Im Nachwirken lassen hat der Körper Zeit das Geübte (neue Strukturen) zu festigen. Im Nachspüren wird das Körpergefühl geschult. Äußere Ruhe wird zur inneren Ruhe. Ein körperbestimmtes Wirken des gesamten Organismus ermöglicht.

Meditation – Dhyana

Meditation regelmäßig praktiziert führt zu positiveren Denken. Ihr Lebensgefühl wird angenehmer. „Gedanken lassen sich in bildgebenden Verfahren messen – wer meditiert, synchronisiert die Gamma-Wellen im Kopf, das erzeugt Glücksgefühle“ Auszug aus dem Buch `Das Glück wohnt neben dem Großhirn´ von Peter Falkai, Facharzt und ärztlicher Direktor für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München.

Es gibt verschiedene Methoden von Meditation. Buddhistische Meditation, Zen-Meditation, transzendente Meditation, MBSR (Achtsamkeitsbasierende Stressminderung-Mindfulness-Based Stress Reduction) nach Jon Kabat-Zinn, Gehmeditation, Sitzmeditation, Atemmeditation, geführte Meditation sind nur einige.

Bei einer Krebserkrankung empfehle ich eine geführte Meditation die ihre körperliches Befinden und Ihre Bedürfnisse berücksichtigt.

Atemtechniken, Finger-/Handhaltungen, Entspannung und Meditation können in jedem Stadium der Erkrankung praktiziert werden.

Yoga wirkt positiv auf ………………

•   das Herz-Kreislaufsystem
•   die Wirbelsäule
•   den gesamten Bewegungsapparat
•   den Hormonhaushalt
•   die Organdurchblutung und damit auf die Organfunktion
•   die Faszien
•   das Lymphsystem

•   das zentrale, periphere und das autonome-vegetative Nervensystem

Mit Yoga

  •   beweglich bleiben oder wieder werden
  •   die Muskulatur erhalten und stärken
  •   den Organismus anregen, Organe verstärkt durchbluten
  •   Gelassenheit für schwierige Situationen während der akuten Phase,
  •   Gelassen sein zwischen und nach den Behandlungen
  •   die Körperwahrnehmung verbessern
  •   Hilflosigkeit und Ohnmacht begegnen ein Stück Selbstbestimmung 
  •   zurückgewinnen.
  •   einen ruhigeren und positiveren Gemütszustand erlangen
  •   den Heilungsprozess aktiv unterstützen
  •   Mut und Zuversicht stärken
  •   ein angenehmeres Lebensgefühl entwickeln

 

Ich möchte ihnen zwei Erfahrungen erzählen von krebserkrankten Frauen die zu mir in den Yogaunterricht kommen.

Anna B. (Name geändert) ist verheiratet und berufstätig

Anna erhielt im März 2006 die Diagnose Brustkrebs. Zu diesem Zeitpunkt praktizierte Anna bereits seit Jahren Yoga in meiner Yogaschule. Während der neunmonatigen Chemotherapie kam Anna zu meinem Erstaunen regelmäßig in den Gruppenunterricht. Ausnahmen waren die Tage an denen sie in Behandlung war. Bis auf einzelne Körperhaltungen war es ihr möglich an der regulären Yogaeinheit teilzunehmen. Das zeitliche Verweilen in einer Körperhaltung war je nach körperlicher Verfassung unterschiedlich. Für Anna war diese eine Yogaeinheit pro Woche eine Zeit zum wie sie sagt: „Runterfahren, nicht an die Krankheit, die Nebenwirkungen und die Zukunft denken“. Sie konnte den Krebs besiegen. Noch immer ist Anna bei mir im Yogaunterricht und praktiziert Yoga weiter um „das Gedankenkreisen zu beruhigen und um beweglich zu bleiben“.

Erfahrungen von Silvia...
 

Im Januar 2015 bekam ich die Diagnose, und es folgte die erste Operation und im August 2016 die zweite. Seither habe ich unterschiedliche Behandlungen durchlaufen.

Wie ist es dir in dieser Zeit mit Yoga gegangen?

Während der ersten Chemotherapie sehr gut, da ich fit war und Yoga immer zum körperlichen Ausgleich geführt hat. Es tat gut zu merken, dass nicht alles im Körper „krank“ ist, sondern noch einiges funktioniert. Mit den weiteren Chemos hat der Körper so viel Ruhe benötigt, dass es irgendwann nicht mehr möglich war, zum Yoga zu gehen. Darum musste ich aufhören, aber habe immer im Hinterkopf, wieder anzufangen, wenn es mir besser geht.

Wie wichtig ist für dich der persönliche Kontakt mit deiner Yogalehrerin?

Ich fühle mich gut aufgehoben, da ich am Anfang der Stunde sagen konnte, was im Moment nicht so gut ist, und die Lehrerin dann während der Stunde Alternativübungen anbieten konnte.

Kannst du anderen Betroffenen/Erkrankten Yoga empfehlen?

Absolut! So lange man in der Lage ist, Yoga zu machen, sollte man es nutzen! Es fühlt sich nach normalem Leben an in all dem Wahnsinn, den man während einer Krankheit durchmachen muss. Nach einer Yogastunde fühlt man sich besser, körperlich und auch seelisch; Yoga fordert den Körper und lässt den Geist zur Ruhe kommen.

Ich möchte mich bei Anna und Silvia für ihre Beiträge herzlich danken. Bei unseren Treffen bzw. E-Mail-Unterhaltungen hat sich gezeigt, dass Anna und Silvia gerne ihre Erfahrungen weitergeben.

Yoga kann ihre Lebensqualität verbessern um in schwierigen Lebenssituationen innere Stabilität und Lebenskraft zu schöpfen. Ich wünsche Ihnen gute Ärzte und angenehme Menschen in Ihrer Umgebung.

Wie sieht eine Sensible Yogatherapie bei Krebs aus ?

Sensible Yogatherapie findet im Einzelunterricht statt.
Sie kontaktieren mich und ich erkläre ihnen die Rahmenbedingungen, sind Sie einverstanden, vereinbaren wir den ersten Termin. Nach dem ersten Termin können sie entscheiden, ob Yoga für sie das Richtige ist.
 
Termin 1: Persönliches Gespräch und erste Yogapraxis
Termin 2: Sie erhalten eine individuell für Sie ausgearbeitete Yogapraxis
Termin 3: Überprüfung und Korrektur der Yogapraxis
Termin 4: Änderung oder Erweiterung der Yogapraxis
Termin 5: Überprüfung und Korrektur der Yogapraxis

Termin 6: Abschlussgespräch

Gehen sie aktiv mit ihrer Lebenssituation, um unterstützen sie ihre Genesung. Ich freue mich auf ihren Anruf.